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Pepperl+Fuchs R200: Distanzsensor filtert Störechos und misst bis 150 m

Kompakter Distanzsensor R200 von Pepperl+Fuchs mit M12-Stecker und IO-Link-Kennzeichnung vor weißem HintergrundBild: Pepperl+Fuchs SE
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Regen, Staub, Glas oder ein Gitter vor dem Messobjekt erzeugen oft zusätzliche Reflexionen. Lichtlaufzeit-Sensoren liefern dann Distanzwerte, die nicht zum eigentlichen Ziel gehören. Pepperl+Fuchs adressiert genau diese Situation mit der zweiten Generation des Distanzsensors R200: Der Sensor wertet laut Hersteller das vollständige Echoprofil jedes Laserimpulses aus und wählt das relevante Ziel über einstellbare Multi-Target-Modi.

Mehrzielauswertung statt eines einzelnen Echos

Im Kern der Neuheit steht die Multi-Target-Funktionalität. Der R200 erfasst Entfernungen aus dem Echo-Profil und unterdrückt Störsignale, bevor sie in die Prozesskette gelangen. Pepperl+Fuchs beschreibt mehrere Betriebsarten:

  • First Target Mode: nimmt das nächstgelegene Objekt und blendet dahinterliegende Reflexionen aus.
  • Foreground Suppression Mode: ignoriert einen definierten Nahbereich, etwa Schutzscheiben, Gitter oder Greifer, und wertet das erste gültige Ziel dahinter aus.
  • Last Target Mode: nutzt das am weitesten entfernte Echo – geeignet für Messungen durch transparente Abdeckungen.
  • Retroreflective Mode: bezieht sich auf einen Reflektor und filtert natürliche Objekte ohne typische Reflexionskurve heraus.
  • Reflector Suppression Mode: dämpft Störechos von reflektierenden Flächen neben dem Strahl, etwa Warnwesten.
  • Expert Mode: öffnet erweiterte Parameter für anwendungsspezifische Auswertung.

Damit lässt sich der Sensor an typische Störquellen in Logistik, Materialfluss und Zugangskontrolle anpassen, ohne zusätzliche Optik oder mechanische Blenden.

Pulse Ranging Technology und technische Eckdaten

Messgrundlage ist die Pulse Ranging Technology (PRT) von Pepperl+Fuchs. Kurze, energiereiche Laserpulse laufen zum Objekt und zurück; aus der Lichtlaufzeit folgt die Entfernung. Die hohe Pulsenergie soll große Reichweiten und eine robuste Unterdrückung von Fremdlicht ermöglichen.

  • Messweite auf natürliche Objekte: bis 20 m
  • Messweite mit Reflektor: bis 150 m
  • Wiederholgenauigkeit: bis 3 mm (Herstellerangabe)
  • Schnittstelle: IO-Link mit Smart Sensor Profile
  • Bauform: kompakt, für begrenzten Einbauraum

Zu Schutzart, Temperaturbereich, Laserklasse und Preis nennt die Mitteilung keine Werte; die sind dem Datenblatt zu entnehmen.

Typische Einsatzfälle

Pepperl+Fuchs nennt konkrete Szenarien. An Portal- und Hafenkränen sollen zwei Sensoren den Spalt zwischen Containern überwachen, auch bei Schwingungen und Regen. In Hochregallagern unterstützen Geräte an Shuttles die Gangnavigation und die Prüfung freier Lagerplätze. Weitere Beispiele sind Hubhöhenmessung an Flurförderzeugen bei Nebel sowie Fahrzeugerkennung hinter Schutzglas an Schrankenanlagen. Die Bandbreite zeigt, dass der R200 eher auf Distanz- und Anwesenheitsaufgaben mit störanfälligem Messweg zielt als auf hochpräzise Wegmessung im Mikrometerbereich.

Einordnung

Für Konstrukteure und Instandhalter ist die Mehrzielauswertung der eigentliche Mehrwert: Statt Schlechtwetter oder Schutzscheiben mit Extra-Hardware zu umschiffen, wird die Echo-Selektion parametriert. IO-Link mit Smart Sensor Profile erleichtert den Anschluss an bestehende Steuerungen und Diagnosekonzepte – im Kontext von Feldbus und Maschinenanbindung siehe auch die Grundlagen der Automatisierungstechnik. Gleichzeitig bleibt offen, wie sich der Sensor bei stark wechselnden Oberflächen oder sehr dunklen Zielen verhält – dazu fehlen in der Meldung Messbeispiele und Genauigkeitsklassen über die Wiederholgenauigkeit hinaus. Wer den R200 projektiert, sollte Moduswahl, Reflektorbedarf und Umgebungsbedingungen am konkreten Messweg prüfen und die fehlenden Umgebungsdaten aus dem Datenblatt nachziehen.

Quelle: Pressemitteilung der Pepperl+Fuchs SE vom 3. November 2026: Neuer Distanzsensor R200 – Kompaktes Design, präzise Distanzmessung bis 150 m. Bild: Pepperl+Fuchs SE.