Früherkennung statt teurer Stillstand: Bei C.D. Wälzholz in Hagen hat das neu installierte Zustandsüberwachungssystem von SKF gleich doppelt bewiesen, wie wertvoll digitale Instandhaltung sein kann. In zwei Fällen konnte das System drohende Ausfälle an einem stark belasteten Quarto-Walzgerüst frühzeitig erkennen – und damit größere Schäden verhindern.
Echtzeitdaten statt Bauchgefühl
Die Herausforderung im Kaltwalzwerk: extreme Belastungen, kurze Lagerstandzeiten, hohes Schadensrisiko. Um ungeplante Ausfälle zu vermeiden, installierte SKF an einem Walzgerüst:
- vier drahtlose Sensoren direkt an den vierreihigen Kegelrollenlagern
- einen WLAN-Datensammler in Maschinennähe
- die cloudbasierte Analyseplattform SKF Observer
Die Daten werden live ins SKF Performance Monitoring Center übertragen. Von dort erhält Waelzholz über App und Software nicht nur automatisierte Warnmeldungen, sondern auch manuelle Analysen.
Zweimal Alarm – zweimal Stillstand vermieden
Fall 1 – feine Schwingungen, großes Potenzial
Nur sechs Wochen nach Inbetriebnahme meldete das System erstmals Auffälligkeiten im Schwingungsverhalten. Kurz darauf war auch akustisch ein erhöhter Geräuschpegel zu hören. Die Ursache: eine beschädigte Walzenoberfläche – ein Vorbote für Lagerschäden und Qualitätsprobleme.
Durch die frühzeitige Erkennung konnte das Lager instand bleiben – noch bevor der Schaden sichtbar wurde.
Fall 2 – Stillstandskorrosion nach Winterpause
Nach der Betriebsruhe über Weihnachten schlug das System erneut Alarm. Diagnose: wieder erhöhte Schwingungswerte. Bei der Inspektion zeigte sich: Stillstandskorrosion an mehreren Wälzkörpern. Auch hier konnte durch rechtzeitiges Eingreifen ein Folgeschaden verhindert werden – das Lager wurde überarbeitet und blieb im Einsatz.
„Das ist erst der Anfang“ – große Pläne bei Waelzholz

Benjamin Michael, Key Account Manager bei SKF, zeigt sich überzeugt:
„Zwei beginnende Schäden in kurzer Zeit frühzeitig erkannt – das zeigt, welches Potenzial in einer flächendeckenden Zustandsüberwachung steckt.“
Auch bei Waelzholz ist die Resonanz positiv.
„Wir wollen diesen Weg konsequent weitergehen – für mehr Verfügbarkeit und Produktivität in unserem Werk“, sagt Joachim Krah, Leiter der mechanischen Instandhaltung am Standort Plettenberg.
Sensorik vermeidet Schäden – bevor sie entstehen
Die Kombination aus intelligenter Sensorik, Echtzeitdaten und geführter Analyse liefert genau das, was moderne Instandhaltung braucht: klare Signale, rechtzeitige Reaktion und planbare Wartung. Im Fall Wälzholz bedeutet das: weniger Ausfall, mehr Verfügbarkeit – und das gleich doppelt.
Quelle: skf.com









