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Größte Übernahme der Firmengeschichte: Miba kauft das Gleitlagergeschäft von RENK

Zwei große Gleitlager von Miba mit goldfarbener PlatteBild: Miba
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Der österreichische Technologiekonzern Miba übernimmt das Gleitlagergeschäft der RENK Group. Beide Unternehmen haben sich laut ihren Mitteilungen vom 22. Oktober 2026 vertraglich geeinigt. Für Miba ist der Zukauf nach eigenen Angaben die größte Akquisition der Firmengeschichte. Vollzogen ist die Übernahme allerdings noch nicht: Die zuständigen Kartellbehörden müssen zustimmen, die Freigabe wird nun beantragt.

Was Miba von RENK übernimmt

Das Geschäft der RENK Group konzentriert sich auf Entwicklung und Produktion von Industriegleitlagern. Rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwirtschaften an fünf Werksstandorten in Deutschland, den USA, Brasilien, China und Japan einen Jahresumsatz von etwa 130 Millionen Euro. Der Hauptstandort liegt in Hannover.

Nach Darstellung von RENK umfasst das Portfolio standardisierte Gleitlager für Elektromotoren, Generatoren und Pumpen, die vorwiegend in industriellen und zivilen Märkten zum Einsatz kommen. Seit Oktober 2025 wird die Sparte als eigenständige Gesellschaft unter dem Namen RENK Bearings GmbH geführt.

Miba setzt auf Energiewende und Elektrifizierung

Miba selbst ist nach eigenen Angaben mit 30 Produktionsstandorten und rund 7.400 Beschäftigten weltweit aktiv und kam im Geschäftsjahr 2025/26 auf mehr als 1,2 Milliarden Euro Umsatz. Neben Gleitlagern fertigt der Konzern unter anderem Sinterformteile, Reibbeläge, Leistungselektronik und Beschichtungen. Die eigene Gleitlagersparte, die Miba Bearing Group, ist auf Gleitlagertechnologien für industrielle Anwendungen und für Motoren spezialisiert.

Vorstandsvorsitzender F. Peter Mitterbauer nennt als Ziel, das Know-how beider Seiten zu bündeln: „Mit dem Kauf wollen wir unser Know-how bündeln und stärken.“ Kunden sollen so Gleitlager-Technologien für die Energiewende und die Elektrifizierung erhalten – genannt werden die Einspeisung von Wind- und Solarenergie in Stromnetze, die Energieversorgung von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, Elektromotoren sowie saubere und sichere Schiffsantriebe.

RENK schärft den Fokus auf Defense

Für RENK ist der Verkauf Teil der Ende 2025 angekündigten Sektorenstrategie. „Mit dem Verkauf des Gleitlagergeschäfts setzen wir unsere Sektorenstrategie wie angekündigt um, indem wir unseren strategischen Fokus noch konsequenter auf das Defense-Geschäft ausrichten“, sagt RENK-CEO Alexander Sagel. Bis 2030 will der Konzern den Anteil des Verteidigungsgeschäfts am Gesamtumsatz auf rund 90 Prozent steigern. Das zivile Geschäft der Division Marine & Industry bleibt laut RENK von der Transaktion unberührt.

Bilanziell weist RENK die Gleitlagersparte ab dem vierten Quartal 2026 als nicht fortgeführten Geschäftsbereich aus. Die Prognose für 2026 bezieht sich damit nur noch auf die fortgeführten Aktivitäten: Der Konzern rechnet mit rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz und einem bereinigten EBIT von 240 bis 255 Millionen Euro. Zum Kaufpreis haben die Parteien Verschwiegenheit vereinbart.

Was jetzt offen bleibt

Entscheidend ist zunächst die Freigabe durch die Kartellbehörden. Konkrete Auswirkungen auf Produktprogramme, Marken oder Standorte nennen die Unternehmen in ihren Mitteilungen nicht. Für Konstrukteure und Einkäufer von Gleitlagern bleibt damit abzuwarten, wie Miba die zugekaufte Sparte in die eigene Bearing Group integriert.

Quelle: Pressemitteilung „Größte Akquisition in der Unternehmensgeschichte: Miba kauft Gleitlagergeschäft der RENK Group“ der Miba AG vom 22. Oktober 2026. Ergänzend: Pressemitteilung der RENK Group AG vom 22. Oktober 2026. Bild: Miba.