Dezentrale Maschinenkonzepte scheitern oft an der Hardware-Trennung: IO-Link-Knoten im Feld, Steuerung im Schrank, Motion woanders. Die ELCO Industrie Automation GmbH (Europazentrale Großbottwar) packt diese Funktionen in ein einziges IP67-Metallgehäuse. Die IP67 IO-Link PLC mit der Typenbezeichnung FCEN-4LKM-8A-M-PLC ist laut Hersteller sofort bestellbar und vom 24. bis 26. November auf der SPS 2026 in Nürnberg (Halle 10.0, Stand 331) zu sehen.
CODESYS, Feldbus und Motion ohne Schaltschrank
ELCO beschreibt das Gerät als Kombination aus CODESYS-Laufzeit, Industrial-Ethernet, IO-Link-Master, Motion Control, RS485 und Web-HMI. Als Prozessor gibt der Hersteller einen ARM Cortex-A7 mit vier Kernen à 1,2 GHz an. Der Speicher für Anwenderprogramme liegt bei 16 MB, dazu 2 MB für Variablen und 128 kB nichtflüchtiger Speicher. Am Ethernet-Port stehen PROFINET, EtherNet/IP, EtherCAT und Modbus TCP zur Wahl – damit soll sich das Modul in bestehende Steuerungswelten einhängen lassen, statt eine eigene Insel zu bilden.
Vier IO-Link-Master-Ports und zwei zusätzliche digitale I/O-Ports (je zwei Ein- und Ausgänge) nehmen Sensoren und Aktoren vor Ort auf. Separat führt ein Motion-Port zu Servoantrieben; CTO Kai Brunner nennt EtherCAT-Motion für höchstens 16 Achsen bei 4 ms Buszyklus. Über RS485 mit Modbus RTU und ASCII lassen sich laut Mitteilung unter anderem RFID-Leser, Waagen oder weitere Steuerungen anbinden.
Browser-Visualisierung und Anbindung nach oben
CODESYS WebVisu läuft nach Herstellerangaben über einen integrierten Webserver und ist per HTTP oder HTTPS erreichbar; bis zu 32 Clients sollen gleichzeitig zugreifen können. Alternativ arbeiten laut ELCO gängige Modbus-TCP-HMIs mit dem Gerät. Für SCADA, MES oder Cloud-Anbindung sind OPC UA und MQTT vorgesehen.
Die SPS ist als Zentrum eines größeren dezentralen ELCO-Sortiments gedacht: kaskadierbare IO-Link-Hubs, Multiprotokoll-Master, Ventile, dezentrale Frequenzumrichter sowie Sensoren, Drehgeber und M8/M12-Leitungen. Ob diese Komponenten in einer konkreten Applikation freigegeben und aufeinander abgestimmt sind, muss projektweise geprüft werden; eine übergreifende Systemzertifizierung nennt die Mitteilung nicht.
Eckdaten im Überblick
- Typ: FCEN-4LKM-8A-M-PLC, Schutzart IP67, Metallgehäuse
- CPU: ARM Cortex-A7, 4 × 1,2 GHz; 16 MB Programm, 2 MB Variablen, 128 kB NVRAM
- Programmierung: CODESYS; WebVisu, OPC UA, MQTT
- Feldbus: PROFINET, EtherNet/IP, EtherCAT, Modbus TCP
- I/O: 4 × IO-Link-Master, zusätzliche digitale I/Os; Motion bis 16 Achsen / 4 ms
- Verfügbarkeit: laut Hersteller ab sofort; SPS 2026 Halle 10.0, Stand 331
Einordnung
Schaltschrankreduzierte Architekturen lohnen sich, wenn Schutzart, Temperatur und EMV im Feld beherrschbar sind. Wie SPS, Feldbus und dezentrale I/O zusammenspielen, fasst der Überblick zur Automatisierungstechnik zusammen. Eine IP67-SPS mit IO-Link und Motion kann Leitungswege und Schrankvolumen kürzen – vor allem bei kompakten Maschinen in Logistik, Verpackung oder Food/Pharma, den Zielbranchen, die ELCO nennt. Gleichzeitig steigt die Abhängigkeit von einem Feldgerät: Ausfall, Firmware und IT-Sicherheit (HTTPS, OPC UA) gehören in Wartungs- und Sicherheitskonzepte. SIL-/PL-Angaben, CRA-Readiness und Preise fehlen in der Mitteilung.
Unklar bleiben thermische Grenzen, Versorgungsbereich und der genaue Motion-Funktionsumfang. Die Europazentrale sitzt in Deutschland, die Fertigung laut Unternehmen in Tianjin (China). Für Einkauf und QM sind Herkunft, Ersatzteile und Supportwege deshalb zusätzliche Prüfpunkte.
Quelle: Pressemitteilung „SPS 2026 – IP67 IO-Link PLC“ von ELCO Industrie Automation GmbH vom 5. November 2026. Bild: ELCO Industrie Automation GmbH.









