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Pneumatische Kraftspanner GN 8620 und GN 8621: Ganter erweitert sein Spannprogramm

Pneumatische Kraftspanner GN 8620 und GN 8621 von Ganter: zwei Spanner mit Aluminiumgehäuse und Pneumatikzylinder, einer mit rotem HandhebelBild: Otto Ganter GmbH & Co. KG
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Otto Ganter hat zwei neue pneumatisch betätigte Kraftspanner vorgestellt. Sie sollen voll- und teilautomatisierte Spannprozesse beschleunigen und halten Werkstücke dank Kniehebelprinzip auch dann, wenn der Luftdruck abfällt.

Zwei Varianten für unterschiedliche Automatisierungsgrade

Der Normelemente-Hersteller aus Furtwangen ergänzt seine Produktgruppe „Spannen mit Spannmechanik“ um die Normen GN 8620 und GN 8621. Die GN 8620 ist für den vollautomatischen Betrieb gedacht. Die GN 8621 ist bis auf einen Unterschied nahezu baugleich: Sie hat zusätzlich einen Handhebel und lässt sich deshalb auch in teilautomatisierten Abläufen einsetzen.

Bei abgeschalteter Pneumatik übernimmt der Hebel den Antrieb der Spannarmmechanik. Üblich ist dann, von Hand zu spannen und pneumatisch zu öffnen. Damit verriegelt man große Vorrichtungen nacheinander oder richtet Abläufe ein, die später ohne Eingriff laufen. Wer vollautomatisch arbeitet, kann den Hebel bei Bedarf abbauen.

Kniehebel hält auch bei Druckabfall

In beiden Varianten sitzt ein Pneumatikzylinder mit elliptischem Querschnitt, der wenig Platz braucht. Der Betriebsdruck liegt zwischen 2 und 8 bar. Die hohen Haltekräfte entstehen über einen Kniehebel: Am Ende des Zylinderhubs rastet der Spannarm im Totpunkt ein und verharrt dort, bis Zylinder oder Handhebel erneut angesteuert werden. Fällt der Druck im Netz ab, bleiben die Teile deshalb fixiert.

Mit dem Entriegelungsknopf lässt sich diese Arretierung von Hand lösen; die Kolbenstange fährt dann über den Totpunkt zurück. Nach Herstellerangaben erlaubt die Kinematik rasche Spannarmbewegungen und damit kurze Taktzeiten, wobei beide Endlagen mechanisch beziehungsweise pneumatisch gedämpft angefahren werden.

Einstellbar und sensorisch überwacht

Der Öffnungswinkel des Spannarms ist stufenlos zwischen 0 und 135 Grad wählbar; eingestellt wird er mit einer Sechskant-Justierschraube. Ein Sensor erfasst die Endlagen, sodass ein mechanisches Nachstellen entfällt. Das erleichtert es, die Kraftspanner an wechselnde Aufgaben anzupassen. Die Spannarme werden im 90°-Raster auf die seitlichen Vierkant-Wellenenden montiert.

Der Sensor entspricht der Schutzart IP68. Höhere Schutzarten oder ein Explosionsschutz lassen sich laut Ganter individuell umsetzen.

Technische Eckdaten und Einbau

Beide Modelle gibt es in drei Baugrößen. Die Spannkräfte reichen von 530 bis 2.700 Newton, die Haltekräfte liegen zwischen 800 und 10.410 Newton. Das Aluminiumgehäuse kapselt die lebensdauergeschmierte Mechanik und schützt sie vor Schmutz. Die Druckluftanschlüsse sitzen vorn und hinten, der Sensorstecker lässt sich samt Kabel um 90 Grad abwinkeln, was Bauraum spart.

Weil die Kraftspanner gängige Bohrbilder nutzen und sich über Langlöcher oder Passfedern positionieren lassen, soll der Umstieg an bestehenden Vorrichtungen einfach gelingen.

Einordnung für den Vorrichtungsbau

Für Konstrukteure sind vor allem zwei Punkte interessant: die selbsthaltende Kniehebelkinematik, die auch bei schwankender Druckluftversorgung für sicheres Halten sorgen soll, und die Endlagenabfrage per Sensor für die Anbindung an die Steuerung. Ob ein Modell passt, entscheiden letztlich Spannkraft, Taktzeit und Bauraum; die genannten Eckdaten geben dafür einen ersten Anhaltspunkt.

Quelle: Pressemitteilung „Halten und Lösen mit Druck“ der Otto Ganter GmbH & Co. KG, Furtwangen, vom 20. Oktober 2026 (auch auf PresseBox). Bild: Otto Ganter GmbH & Co. KG.