Fahrerlose Transportfahrzeuge und autonome mobile Roboter laufen auf Batterien, meist mit 24 oder 48 V. Für diese Schutzkleinspannung (englisch Extra Low Voltage, ELV) erweitert Siemens nun sein Antriebsportfolio: Mit dem Umrichter Sinamics E210 und den Servomotoren Simotics E-1EE1 bedient der Konzern batteriebetriebene mobile Systeme, wie er am 2. November 2026 aus Erlangen mitteilte.
Umrichter direkt an der Fahrzeugbatterie
Der Sinamics E210 ist nach Angaben von Siemens für batteriebetriebene Systeme mit 24 und 48 V ausgelegt. Er hängt direkt an der ELV-Batterie, eine zusätzliche Spannungswandlung entfällt. Das vereinfache die Systemarchitektur und erhöhe die Energieeffizienz. Der kompakte Umrichter kann Energie zurückspeisen, etwa beim Bremsen des Fahrzeugs.
Er regelt Fahr- und Radantriebe, aber auch Lenk-, Hub- und weitere Zusatzachsen. Integriert sind Sicherheitsfunktionen mit Profisafe-Unterstützung; die Kommunikation läuft über Profinet IRT. Beim Engineering unterstützt die Einbindung ins Siemens-Werkzeug TIA Portal sowie in den Baukasten Simove.
Passende Servomotoren in Achshöhen 40 bis 63
Die Motoren der Baureihe Simotics E-1EE1 schließen laut Siemens im ELV-Bereich an Anwendungen mit mehr Leistung und Drehmoment an. Sie sind auf den E210 abgestimmt. Ein elektronisches Typenschild liefert dem Umrichter die Motordaten automatisch und soll Parametrierung und Inbetriebnahme verkürzen.
- Spannungsklassen: 24 V und 48 V (ELV)
- Motoren: Achshöhen 40 bis 63
- Geber: absoluter 14-Bit-BiSS-C-Safety-Encoder
- Sicherheit: zweikanaliger interner Aufbau, Safety-Anwendungen bis SIL 2
- Optionen: Haltebremsen, verschiedene Getriebe, flexible Anschlusstechnik
- Kommunikation: Profinet IRT, Profisafe
Was das für Anwender bedeutet
Angesprochen sind Fahrzeugbauer und Integratoren fahrerloser Systeme, autonomer Roboter und mobiler Plattformen, die Fahrantrieb, Lenkung und Hubachse aus einer abgestimmten Quelle beziehen wollen. Für Siemens-Kunden ist die Anbindung an TIA Portal relevant: Mobile Fahrzeuge lassen sich so mit demselben Werkzeug projektieren wie stationäre Anlagen. Siemens verspricht dadurch weniger Entwicklungsaufwand und einfachere Safety-Konzepte; die Meldung belegt das allerdings nicht mit Zahlen oder Praxisbeispielen. Ob der Ansatz im Einzelfall Vorteile gegenüber Antriebssystemen anderer Hersteller bietet, geht aus der Meldung nicht hervor.
Offene Punkte
Die Meldung nennt weder Nennströme, Leistungen und Drehmomente noch Preise, Lieferzeiten oder den Marktstart. Auch zur Schutzart der Motoren und zu den Getriebevarianten gibt die Meldung nichts her. Diese Daten müssen Interessenten dem Katalog oder dem Vertrieb entnehmen. Ebenso offen bleibt, welche Funktionen der integrierten Sicherheitstechnik im Umrichter selbst stecken und welche das Gesamtsystem beisteuern muss.
Quelle: Pressemitteilung von Siemens Digital Industries vom 2. November 2026 (press.siemens.com). Bild: Siemens.







