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Thermografie im Dauerbetrieb: InfraTec bringt die Zoomkamera ImageIR z6300

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Gekühlte Wärmebildkameras liefern präzise Temperaturdaten, haben aber einen Schwachpunkt: Der Detektorkühler ist ein mechanisches Bauteil mit begrenzter Lebensdauer. In Anlagen, die rund um die Uhr überwacht werden, entscheidet seine Standzeit mit darüber, wie oft die Kamera zum Service muss. Genau hier setzt die neue ImageIR z6300 der InfraTec GmbH aus Dresden an.

Warmer Detektor, kleinerer Kühler

Die Kamera arbeitet mit einem XBn-Photonendetektor, der nach Angaben des Herstellers bei 150 K betrieben wird. Herkömmliche gekühlte Detektoren müssen deutlich kälter laufen und brauchen deshalb größere, leistungsstärkere und schwerere Kühler. Bei der z6300 genügt ein kleinerer Stirlingkühler. InfraTec spricht von SWaP-Technologie (Size, Weight and Power) und nennt für den Kühler eine mittlere Lebensdauer von bis zu 30.000 Stunden. Das entspricht rechnerisch rund dreieinhalb Jahren im Dauerbetrieb.

Zoom, Shutter und Schnittstellen

Das Objektiv ist fest verbaut: Ein 7,5-fach-Zoom mit Motorfokus passt das Bildfeld per Fernsteuerung an Messabstand und Objektgröße an. Die Radiometrie ist laut Hersteller über den gesamten Zoombereich kalibriert, sodass die Temperaturwerte auch bei wechselnder Brennweite gültig bleiben. Der Sensor im Format 640 × 512 Pixel mit 10 µm Pixel-Pitch arbeitet im Snapshot-Modus und ohne mechanischen Shutter, die Aufzeichnung läuft also ohne Unterbrechung.

Eine integrierte Bildverarbeitungselektronik erlaubt den Betrieb ohne zusätzlichen Steuer-PC. Messdaten lassen sich über Video- und Datenschnittstellen ausgeben oder auf einer internen SSD speichern. Die Steuerung ist per Web-Interface mit Smartphone oder Tablet möglich, für eigene Integrationen gibt es ein SDK.

Eckdaten laut Hersteller

  • Spektralbereich 3,6 bis 4,15 µm (MWIR), Temperaturmessbereich −10 bis 600 °C
  • Messgenauigkeit ±2 °C oder ±2 %, Temperaturauflösung 0,03 K bei 30 °C
  • Bildrate im Vollbild bis 180 Hz, im High-Speed-Modus bis 620 Hz
  • Standardobjektiv 15 bis 115 mm; Personen lassen sich mit dem Standardobjektiv laut Hersteller auf über 6,1 km detektieren, mit Teleextender (170 mm) bis 8,2 km

Einordnung

Die Kamera zielt auf Anwendungen, in denen Thermografie dauerhaft läuft: Inspektions- und Überwachungssysteme, Qualitätssicherung, Werkstoffprüfung und Prozessbeobachtung. Für Betreiber sind vor allem zwei Punkte relevant. Ein langlebiger Kühler macht Serviceintervalle planbarer, und der shutterlose Betrieb vermeidet Lücken im Datenstrom, was bei schnellen Prozessen zählt. Die Kompaktheit erleichtert den Einbau in bestehende Anlagen, auch in mobilen Aufbauten wie Gimbal-Systemen für die Flugthermografie.

Zu beachten ist, dass die 30.000 Stunden eine Herstellerangabe sind: Die Produktseite führt den Wert als MTTF, also als mittlere Zeit bis zum Ausfall, mit höchstens 30.000 h. Es handelt sich um einen statistischen Mittelwert, nicht um eine Garantiezusage. Zum Preis, zu Lieferzeiten und zum Gewicht nennt die Pressemitteilung keine Werte, auch die konkreten Schnittstellen sind dort nicht einzeln aufgeführt. Wer die Kamera für ein Dauerprojekt einplant, sollte diese Punkte direkt beim Hersteller klären.

Quelle: Pressemitteilung der InfraTec GmbH Infrarotsensorik und Messtechnik vom 3. November 2026: ImageIR® z6300: Zoomkamera für thermografische Daueranwendungen. Die Datenblatt-Werte stammen von der Produktseite der ImageIR 6300 Z. Kein Pressebild.