Die Antriebsregler SB6, SC6 und SI6 von STÖBER Antriebstechnik lassen sich ab sofort auch an Steuerungen anbinden, die über EtherNet/IP kommunizieren. Möglich macht das eine neue Firmware-Version, wie das Unternehmen aus Pforzheim am 30. Oktober 2026 mitteilte. Zusammen mit PROFINET und EtherCAT unterstützen die Regler damit die drei führenden Industrial-Ethernet-Protokolle.
Neue Märkte durch offene Kommunikation
Die Marktanalyse 2026 von HMS Networks beziffert den gemeinsamen Anteil von EtherNet/IP, PROFINET und EtherCAT bei kabelgebundenen Protokollen auf etwa 75 Prozent. Gängig ist EtherNet/IP etwa bei Rockwell Automation (Marke Allen-Bradley) und Schneider Electric. Die Schnittstelle der Regler hat die Organisation ODVA zertifiziert.
Daniel Lohse, Director Business Development EMEA bei STÖBER, sieht das Protokoll in Nordamerika an der Spitze, weltweit auf Platz zwei in der Fabrikautomation, mit wachsendem Anteil. Interessant sei die Erweiterung deshalb für europäische Unternehmen, die dorthin exportieren, und für den Maschinenbau vor Ort, genannt werden Lebensmittel, Verpackung, Handling, Logistik und Medizintechnik.
„EtherNet/IP ist dabei mehr als eine weitere Schnittstelle: Es verbindet offene Maschinenkommunikation mit dezentraler Motion Intelligence.“
Daniel Lohse, Director Business Development EMEA bei STÖBER
Drive Based Motion: Die Steuerung gibt das Ziel vor
Das Konzept teilt die Arbeit klar auf. Maschinen- und Prozesslogik bleiben in der übergeordneten Steuerung, die über EtherNet/IP Sollwerte und Bewegungsbefehle gemäß PLCopen Motion Control an den Regler sendet. Die Bewegung selbst führt eine Drive-Based-Motion-Applikation im Antriebsregler aus; sie regelt Lage, Geschwindigkeit, Drehmoment und Kraft. Der Regler wird damit selbst zum Motion Controller, und die Steuerung ist von Motion-Control-Aufgaben entlastet.
Matthias Meyering, Technical Product Manager bei STÖBER, fasst die Rollenverteilung so zusammen: „Die Steuerung gibt vor, was die Achse tun soll. Der Antriebsregler bestimmt, wie die Bewegung ausgeführt wird.“
Wo sich der Ansatz eignet
Am meisten lohnt sich Drive Based Motion nach Darstellung von STÖBER bei Maschinen, deren Steuerung nicht viele Motion-Control-Aufgaben stemmen soll oder kann. Für einzelne und dezentrale Achsen sei das eine attraktive Architektur. Besonders gut passe der Ansatz zu modularen Maschinen aus eigenständigen Funktionseinheiten: Innerhalb eines Moduls übernimmt der Regler einen größeren Teil der Bewegungsfunktion, die Steuerung beschränkt sich weitgehend auf Befehle und Prozessdaten, und die Achsfunktionen des Moduls bleiben klar abgegrenzt.
Liegt die Bewegungslogik im Regler statt in der Steuerung, spielt es eine geringere Rolle, wie die jeweilige Steuerung Motion Control handhabt. Antriebslösungen lassen sich dadurch laut STÖBER wiederverwenden, Achsen leichter in unterschiedliche Maschinenkonzepte einbinden.
Sicherheit: STO unabhängig vom Feldbus
Auch bei der funktionalen Sicherheit bleiben die Zuständigkeiten getrennt. Die Regler bieten Safe Torque Off (STO), das die drehmomentbildende Energiezufuhr zum Motor sicher unterbricht. STO wird unabhängig von EtherNet/IP über digitale Eingänge realisiert; bei Bedarf werden SB6, SC6 und SI6 dazu um das optionale Sicherheitsmodul SR6 ergänzt.
Quelle: Pressemitteilung „Bewegung dort, wo sie gebraucht wird“ (STÖBER Antriebsregler SB6, SC6, SI6 jetzt mit EtherNet/IP) der STÖBER Antriebstechnik GmbH + Co. KG vom 30. Oktober 2026. Bild: STÖBER Antriebstechnik GmbH + Co. KG.









