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Rittal und Eplan auf der SPS 2026: Mehr Produktivität durch durchgängige Daten

Gemeinsamer Messestand von Rittal und Eplan mit großen Leuchtlogos und Besuchern in der MessehalleBild: Rittal GmbH & Co. KG
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Schneller produzieren, Kosten senken, Energie sparen: Die europäische Industrie muss ihre Effizienz auf allen Ebenen steigern. Rittal und Eplan setzen dafür auf einen Systemansatz, bei dem der digitale Zwilling aus dem Engineering, die Automatisierung in der Fertigung sowie Energie- und IT-Infrastruktur ineinandergreifen. Wie das aussehen kann, zeigen beide Unternehmen auf der SPS 2026 in Nürnberg (Halle 3c, Stand 321).

„Wir müssen in der Industrie stärker über den Tellerrand schauen. Es reicht nicht, allein das Engineering schneller zu machen, die Schaltschrankfertigung zu automatisieren oder den Energieverbrauch einzelner Komponenten zu senken.“

Uwe Scharf, Geschäftsführer Vertrieb Deutschland und Europa bei Rittal

Energietransparenz beginnt bei der Strommessung

Energieeffizienz, so die Argumentation, beginnt schon bei der Stromverteilung. Wer Verteilungen für Maschinen, Rechenzentren oder Gebäude baut, muss seinen Kunden zunehmend Transparenz darüber bieten, wann und wo Energie benötigt wird. Bei komplexen Anlagen sind Engineering und Messtechnik dafür jedoch aufwendig und teuer. In einer eigenen Energiemanagement-Arena stellen Rittal und Eplan deshalb Ansätze für eine einfachere Strommessung und ein mögliches künftiges Lastmanagement vor. Das Feedback der Anwender soll in die weitere Entwicklung einfließen. Für KI-Anwendungen zeigt Rittal zudem Remote Power Panels, die den Strom nah an der IT-Infrastruktur verteilen.

Product Change Notifications: Änderungen früher erfahren

Ein zweites Thema sind Produktänderungen und Abkündigungen von Komponenten, von denen Maschinen- und Anlagenbauer oft erst spät erfahren. Eplan hat dafür eine Lösung für Product Change Notifications (PCN) entwickelt und stellt sie gemeinsam mit Phoenix Contact und weiteren Herstellern vor. Künftig sollen Komponentenhersteller Änderungen über die Eplan Cloud bereitstellen, sodass betroffene Anwender gezielt und frühzeitig informiert werden. Technische Grundlage sind standardisierte Produktinformationen auf Basis der Verwaltungsschale (Asset Administration Shell) und ECLASS Advanced.

„PCN zeigt, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Komponentenherstellern und Anwendern künftig verändert: Informationen werden dort verfügbar, wo sie für die nächsten Entscheidungen benötigt werden“

Dr. Marco Litto, Senior Vice President Strategy & Corporate Program bei Eplan

Nach Angaben von Litto laufen zudem die finalen Umsetzungen mit mehr als zehn weiteren Herstellern, die sich für die Lösung entschieden haben.

Automatisierung von Schaltplan bis Montage

Mit der Software Automated Project Generation lassen sich Schaltpläne auf Basis vordefinierter Makros automatisiert erstellen. Neu ist die Möglichkeit, Komponenten anhand eines vorgegebenen Aufbaus und einer Stückliste automatisch im 3D-Modell von Eplan Pro Panel zu platzieren. Rittal ergänzt einen Tragarm-Konfigurator, der Traglasten und Abmessungen berücksichtigt und 3D-Daten, CAD-Daten und Stücklisten für den digitalen Zwilling des Schaltschranks in Eplan bereitstellt.

Die Maschinen von Rittal Automation Systems nutzen die Daten des digitalen Zwillings direkt für die mechanische Bearbeitung und die automatisierte Drahtkonfektionierung. Die modulare Systemplattform RiLineX soll mit einem wachsenden Partner-Ökosystem adapterfrei passende Komponenten ermöglichen; sie lässt sich mit Eplan digital projektieren, und Eplan Smart Production führt Werkstattmitarbeiter Schritt für Schritt durch die Montage.

Partnertechnologien und Service

Gemeinsam mit Rockwell Automation zeigen Rittal und Eplan, wie sich Daten entlang der Wertschöpfungskette nutzen lassen. Am gemeinsamen Stand ist ein mit Eplan entwickelter Process Cabinet zu sehen. Am Stand von Rockwell steuert ein Motion Cabinet mit einer Standard-CompactLogix-SPS einen Hochgeschwindigkeits-Delta-Roboter von autonox; die Demonstration verbindet Eplan mit der Digital-Twin-Software Emulate3D für die virtuelle Inbetriebnahme.

Auch im Service sollen Engineering-Daten helfen, Komponenten eindeutig zu identifizieren, Wartung abzuleiten und Störungen schneller zu beheben. Laut Rittal lassen sich mit zuverlässiger, vorausschauender Wartung 30 Prozent der Instandhaltungskosten einsparen. Das Unternehmen baut dazu seine Serviceangebote aus, unter anderem mit Augmented-Reality-gestütztem Remote Support und einem neuen Vertragsmodell.

Quelle: Pressemitteilung „Rittal und Eplan auf der SPS: Mehr Produktivität durch System“ von Rittal vom 2. November 2026. Bild: Rittal GmbH & Co. KG.