Eine Pumpenregelung in der Hydraulik verlangt Regelungswissen, Software und passende Hardware. Bosch Rexroth schnürt daraus mit dem H4U.cube ein vorkonfiguriertes Paket: Es soll Druck und Volumenstrom von Verstellpumpen regeln, ohne dass Anwender tief in die Hydraulik einsteigen müssen.
Der H4U.cube erweitert die modulare Hydraulik-Plattform H4U („Hydraulics for You“) des Lohrer Herstellers. Er vereint die bereits verfügbaren Softwarebausteine H4U.apps mit einer eigenen Hardware und der Bedienoberfläche H4U.ui. Als erste Ausprägung zeigt Bosch Rexroth auf der EUROBLECH 2026 den H4U.cube pQ, der Druck und Volumenstrom regelt. Weitere Varianten seien in Vorbereitung, teilt das Unternehmen mit.
Eine Regeleinheit für bis zu zwei Pumpen
Der H4U.cube pQ steuert wahlweise eine oder zwei Verstellpumpen, laut Hersteller etwa der Typen A3V2Q, A10VSO oder A4VSO. Geregelt werden der Schwenkwinkel der Pumpe und – je nach Auslegung – zusätzlich die Drehzahl. Beides zusammen soll für eine hohe Regelgüte, Energieeffizienz und Transparenz im Betrieb sorgen. Bei Doppelpumpensystemen genügt eine einzige Regeleinheit, was Hardwareaufwand und Investitionskosten senken soll. Aus der Bildunterschrift der Pressemitteilung geht hervor, dass die Lösung für Verstellpumpen von Bosch Rexroth ausgelegt ist.
Die Anbindung an die Maschine läuft über standardisierte Feldbus-Schnittstellen, als Beispiel nennt der Hersteller PROFINET RT. Die Pumpenregelung lässt sich damit herstellerunabhängig in die vorhandene Steuerung einbinden, und die Automatisierung bleibt in der gewohnten Software umsetzbar.
Inbetriebnahme per Assistent und Autotuning
Die menügeführte Oberfläche H4U.ui soll den Einstieg erleichtern: Ein Inbetriebnahme-Assistent schlägt unter anderem passende Reglerparameter vor. Für die Feinabstimmung stehen vier Plus-/Minus-Felder bereit; alternativ ermittelt ein Autotuning die Einstellung für eine präzise und stabile Regelung. Als Anwendungsbeispiel führt Bosch Rexroth Pressen an: Trifft der Stößel auf das Werkstück, kann der Druck kurz über den Sollwert hinausschwingen. Das Autotuning soll solche Überschwinger selbstständig dämpfen, damit der Druck rasch am Sollwert liegt.
Im laufenden Betrieb unterstützen Diagnosefunktionen und integrierte Wartungshinweise, die Stillstandszeiten gering halten sollen. Software-Updates sollen die Lösung über ihren Lebenszyklus aktuell halten.
Eckdaten laut Hersteller
- Ausprägung: H4U.cube pQ zur Regelung von Druck und Volumenstrom, weitere Varianten in Vorbereitung
- Pumpen: eine oder zwei Verstellpumpen, genannt werden A3V2Q, A10VSO und A4VSO
- Stellgrößen: Schwenkwinkel, wahlweise zusätzlich die Drehzahl
- Anbindung: standardisierte Feldbus-Schnittstellen, beispielsweise PROFINET RT
- Bedienung: menügeführte Oberfläche H4U.ui mit Inbetriebnahme-Assistent und Autotuning
Einordnung: Was das für Anwender bedeutet
Hintergrund ist ein Problem, das viele Maschinenbauer und Betreiber kennen: Hydraulik-Fachwissen wird in vielen Unternehmen knapper, während Anlagen produktiver, verfügbarer und energieeffizienter laufen sollen. Ein fertig konfiguriertes Regelgerät mit Assistenten zielt genau auf diese Lücke. Reglerparameter-Vorschläge, Autotuning und Diagnose ersetzen dabei einen Teil der manuellen Abstimmung durch eine geführte Bedienung – wie viel Zeit das in der Praxis spart, lässt sich anhand der Herstellerangaben allerdings nicht beziffern.
Offen bleiben in der Mitteilung die technischen Eckdaten: Zu Druck- und Volumenstrombereichen, Reaktionszeiten, Preisen und dem Liefertermin des H4U.cube pQ macht Bosch Rexroth keine Angaben. Auch wie sich die Lösung mit Pumpen anderer Hersteller verhält, geht aus der Meldung nicht hervor. Wer eine Pumpenregelung plant, sollte diese Punkte direkt beim Hersteller erfragen.
Quelle: Pressemitteilung von Bosch Rexroth (PI 042/26) vom 20.10.2026. Bild: Bosch Rexroth AG.







